Samstag, 1. November 2008

Hanoi


Oekologisch unbedenkliche Spielsachen für unterwegs


Schon wieder regnets in Strömen und die Hotelobby wird bis in den Nachmittag zum Wohnzimmer, der Computer zum Babysitter. Um doch noch etwas 'frische' Luft zu schnappen und dem Cyclofahrer etwas Tageseinnahmen zu bescheren lassen wir uns gut versteckt mit beschränkter Aussicht halt zum Markt fahren um noch etwas Früchte und Proviant für die bevorstehende Zugfahrt zu catern (weise Entscheidung wie sich herausstellen sollte...).


...wo bleibt denn der Zug?

Die 13 Std Richtung Norden fangen kurzweilig an...wir versuchen erst mal möglichst viele verklebte Karten zu trennen um überhaupt UNO spielen zu können. Loris photografiert die Regentropfen an der Zugfensterscheibe und das Dahinter bis es dunkel wird.
Das im Zug servierte Essen stellt sich wie in unseren Breitengraden nicht als kulinarischen Höhepunkt raus (wir ersparen Euch das Bild dazu) und wir gehen an unsere leckeren Vorräte.


Die Deluxe Soft Beds sehen zwar auch nicht aus wie im Verkaufsprospekt, aber sie sind doch ganz brauchbar. Allerdings hätt ich mir 30$ für Loris Bett auch gleich sparen können, denn kaum eingschlafen macht's nebenan auch schon 'blopp' und einer brüllt. Die restlichen 7 Std haben wir dann auf meiner 80cm Pritsche quasi schlaflos im Klammergriff & zusammen verbracht.

Diesmal war Aussteigen kein Problem...Endstation und alle raus. Wieder mit Bub, mir, 3 Rucksäcken&Buggy macht sich ein Moped-Fahrer schwerbeladen um 6 Uhr morgens auf Richtung Hotel. Loris ist gut drauf und munter, doch ich nötige ihn aus eigenem Notstand raus zum Schlafnachholen – hat auch prima bis Mittag geklappt!

Wir machen uns auf Entdeckungstour - die Läden sehen etwas anders aus als zuhause...






...die Fleischabteilung auch.









Verkehrsregeln sind wiederum schwer auszumachen und Rotlichter werden zu Loris' Entsetzen generell missachtet (und zwar von allen!) wenn nicht mindestens zwei Polizisten gut sichtbar daneben stehen.






Und es regnet halt schon wieder, aber was soll's...mich beschäftigt eigentlich nur die Frage, ob bei solchem Hundwetter der geplante Abstecher in die Halong Bay Sinn macht. Wir möchten für 2x 3 Std Busfahren doch dann auch was von der spektakulären Ecke der Erde sehen...








* * * * *

Doch der Himmel hört nicht auf zu weinen, und wir haben Nase und Lunge nach 2 Tagen voll vom Smog im Zentrum von Hanoi (speziell Loris – der Buggy ist zwar praktisch in diesem chaotischen Verkehr und müden Beinchen, aber bringt Nase und Augen halt auch gefährlich in Boden-, Auspuff- und Pfützennähe).
Also stellen wir unser Gepäck im Hotel ein und entscheiden uns einstimmig für das alternative Regenszenario auf See. Der Entscheid zu 'fliehen' sollte sich einerseits (andererseits=* siehe unten...) als weise herausstellen, denn Hanoi ist während unserer Abwesenheit im Wasser 'versunken' wie sein 30 Jahren nicht mehr (und das Action-Szenario haben wir ja schon in Hue gebucht), abgesehen davon ist's in solchen Fällen wohl immer besser schon mal in einem Schiff zu sitzen und immer schön sicher über dem Wasserpegel zu schaukeln.

Ready to board!

Natürlich weiss ich, dass ich auf den spektakulären Sonnenuntergang in der Halong Bay bei dem Wetter zu verzichten habe. Aber die Natur enttäuscht auch bei bedeckten Himmel kaum!






Wir freunden uns also mit den Kakerlaken in unserer Kabine an und der Tatsache, dass Wasser im krassen Gegensatz zu draussen in der Dusche keines fliesst, die teuer angepriesene Klimaanlage nur zur Dekoration da hängt und das Essen auf diesem Luxus-Kahn strikt portioniert wurde (und Klein Loris mit grossem Hunger dabei vergessen ging) – aber die Aussicht aus unserem bettgrossen Kabinchen auf dem Upper Deck ist einmalig und die Stimmung an Bord gut.

Loris hat sich schon im Bus mit einer Singapurianischen Familie angefreundet und bringt diesen und dem Rest der Passagiere & Besatzung im Verlauf der Tage seine dauernd wechsdelnde Interpretation vom Kartenspielen bei...währenddessen ich die Regenpausen ausnutze und die Stimmung oban auf Deck im Liegestuhl geniesse. Sogar bisschen Kajak fahren & ein Nachtbad vor Cat Ba liegt drin!



...farb- aber nicht stimmungslos!


'The Floating Village'
















ungewohnte Ruhe!




































das ich-gewinn-immer-Lachen!




Verschiedene Rückzugsorte bei Regen






Allerdings dauert nun auch der Heimweg Richtung Hanoi auch länger als erwartet. Unser Kleinbus 'schwimmt' regelrecht durch gewisse Strassenabschnitte, durch meine feuchtigkeits-getrübte Linse sieht das dann ungefähr so aus:




Da es die Einheimischen mit Ruhe nehmen...tun's wir auch. Auch, dass uns die Ratten während unserer Abwesenheit die Baby-Rückentage (unser 'Rucksack') gierig zernagt haben auf dem Weg zu unserem Notvorrat an Schweizer Schoggi.
Reste sind noch da, aber der Abdruck ihrer Zähnchen macht unseren Appetit zunichte.
Irgendwie muss ich nun die Trage flicken, denn wir brauchen sie ja noch längers...

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Regenzeit, aber in Hue scheint auch mal die Sonne

An diesem Tag nach langer schlafloser Nacht wird Loris Spezialist auf Baller-PC-Spiele und mir ist's – unglaublich aber Tatsache...egal!
Doch mit dem sinkenden Wasserpegel steigt dann auch wieder die Unternehmungslust. Eigentlich wollten wir über die Brücke zum Markt, die sah aber eher aus wie ein Wehr, über das eben ziemlich Wasser floss und unseren Aktionsradius ziemlich einschränkt.
Darum kehren wir im Traveller-Treffpunkt DMZ Cafe ein und üben uns im Pool Billiard während es draussen munter weiter tröpfelt. Abends gesellen wir uns dann noch für ein Bier zu Ian aus N.Z., der mit der Bike aus China für 2 Monate Richtung Bangkok unterwegs ist und auch einiges zu erzählen hat.


Tags darauf warten wir morgens geduldig das Ende des Regens ab & starten dann mit Cuba (heisst wirklich so – ist ja ehemaliges Land der Kommunisten...) auf eine Motorradtour zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, welche wir in seinen Augen gesehen haben sollten.










Der Weg ist auch hier das eigentliche Ziel...wir fahren durch Dörfer und Wälder, an Reisfeldern und mitten auf der Strasse stehenden Kuhherden vorbei. Loris sitzt/steht vorn auf dem Zweirad in unantastbarer Pool Position - mit neugekauftem hellblauem Kinder-Mofa Helm.






Geht auch nicht lange bis er weiss wo Blinker, Gas und Hupe sich befinden, er v.a. über Letzteres aktive & uneingeschränkte Kontrolle erlangt, und wir uns nach lokaler Manier oder noch bisschen lauter den Weg durchs Verkehrsgewirr suchen & nicht nur streunende Hunde erschrecken.





Wiederum...bei den besuchten Orten ist auch der kleine vorwitzige Weisse zur Nebenattraktion gut und bleibt beliebtes Photosujet. Mit brav Stillhalten verdient er sich einige Bonbons und macht v.a. chinesische Touristen-Gruppen happy.








Gegen Abend ist der Kleine so k.o., dass er noch vor dem Hotel auf dem Motorrad einschläft und ich mir auch gleich eine ungestörte Fussmassage leisten kann. Super entspannend, Kleiner schläft noch immer als wir wiederum im DMZ Cafe zum Dinner anhalten. Irgendwann bestell ich dann doch mein Essen, Loris isst seines halt Stunden später vergnügt und bis zum letzten Bissen gestopft auf einem Cyclo - gefüttert von einem der Jungs.


Ueberhaupt hat er mit den Fahrern schon am Vorabend Freundschaft geschlossen und lässt sich unzählige Male um den Block kutschieren (und ins ,an-die and-Pinkeln' einführen wie er mir später dann mächtig stolz erzählt).



Nächstentags steht wieder ein Abstecher an die lokale Beach auf dem Programm, allerdings mit einem anderen Fahrer - Cuba hat sich eben grad mit der Moto hingelegt und sieht ziemlich ramponiert aus. Bin wieder mal froh, dass die Schutzengelchen mit uns sind!

Die 15 km Fahrt sind easy und Loris wieder in bester Laune an der Hupe. Wir haben Familienanschluss & den Strand quasi für uns, während eine Fischersfrau für uns den Tagesfang aufs Feuer legt.



Es ist ziemlich windig – leider hat unser nigelnagelneuer Kite die Nachtbusfahrt nach Hoi An mit gebrochenem Genick nicht überstanden und war so nicht mehr mit von der Partie – so spielen wir halt Sandrutschen und Weitsprung über die Sandwehen hinaus und machen Yoga.

















...und so sah die Brücke dann einen tag später wieder aus - als wär nichts geschehen: